Metro 2033

Posted on Aug 14 2010 by admin

In der schier unüberschaubaren Fülle der 3D-Shooter gibt es ab und zu einige Perlen zu bewundern, die abseits der ausgelutschten Pfade ihr Glück versuchen. Eines davon ist Metro 2033, das das (Über-)Leben in einem postapokalyptischen Moskau des Jahres 2033 schildert.

Den Großteil des Spiels verbringt der Spieler, der in die Haut des jungen Artyom schlüpft, in den namensgebenden Tunnels im Untergrund von Moskau. Metro 2033 verschwendet keine Zeit und lässt Artyom gleich zu Beginn in ein kleines Scharmützel mit grässlich mutierten Kreaturen geraten. Dieser Abschnitt endet abrupt und wirft den Spieler acht Tage zurück. In den folgenden Aufgaben und Missionen muss Artyom herausfinden, wer die wahre Bedrohung der verlassenen U-Bahn darstellt. Denn nicht nur Mutanten, Diebe und andere eher bodenständige Bösewichte bevölkern die U-Bahn. In den Tiefen der Schächte lauern außerdem die sagenumwobenen „Schwarzen“, die Menschen allein durch ihre Anwesenheit in den Wahnsinn treiben können…

So viel zur Geschichte. Die Story von Metro 2033 entfaltet sich nach und nach und wird von kleinen Aufgaben am Wegrand unterbrochen. Diese Bitten der computergesteuerten Charaktere kann man ausschlagen, muss man aber nicht. Meistens winken brauchbare Belohnungen. Außerdem sorgen sie dafür, dass man am Ende des Spiels einen von zwei möglichen Abschlüssen zu sehen bekommt. Je nachdem, ob man sich eher wild ballernd durch die Tunnels bewegt, oder ob man nicht lieber doch durch die Schatten schleicht, ändert sich der Ausgang des Spiels. Während die eigentliche Story voranschreitet werden jedoch dieselben Pfade betreten, was ein wenig schade und verschenktes Potenzial ist.

Darüber hinwegtrösten kann vielleicht die Grafik. Denn was der Spieler in Metro 2033 zu sehen bekommt, zählt zum Allerfeinsten, was auf einem PC derzeit in Echtzeit zu bestaunen ist. Zahllose Lampen und Leuchtstoffröhren tauchen die langen Gänge in gespenstisches Leuchten. Holz sieht aus, als wäre es wirklich zerfasert, alt und von Würmern zerfressen, Wassertropfen glitzern an den allgegenwärtigen unterirdischen Rohren, lange Schatten sorgen für die richtige Gruselatmosphäre. Auch die Gesichter der verschiedenen Charaktere könnten nicht schöner animiert sein. So glaubwürdig hat man Hoffnungslosigkeit noch nicht in der Mimik von Menschen in einem Computerspiel gesehen.

Bei aller Euphorie muss allerdings gesagt werden, dass sich Metro 2033 in einer Disziplin leider nicht von seinen Zeitgenossen unterscheidet: der Spieldauer. In acht Stunden bis zwölf Stunden hat man alles gesehen, je nachdem, ob man sich an die verschiedenen Nebenaufgaben wagt oder nicht. Das ist äußerst schade, denn das Szenario ist frisch, unverbraucht und macht schnell Lust auf mehr. Einen Mehrspielermodus kann das Spiel ebenfalls nicht bieten.

Zu guter Letzt steht noch ein weiterer Stolperstein im Weg. Die außergewöhnliche Optik von Metro 2033 fordert nämlich ihren Tribut und lechzt nach der aktuellsten und somit teuersten Ausstattung, die derzeit in einem PC zu finden ist. Kann man über diese Hürde hinwegspringen und die kurze Spieldauer als notwendiges Übel sehen, darf man sich jedoch auf einige schaurige Stunden im einsamen Untergrund von Moskau freuen.

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