StarCraft 2 Meinung
Eine Einleitung braucht dieses Spiel im Prinzip nicht. Kaum ein anderes Strategiespiel als der Vorgänger zu StarCraft 2 – Wings of Liberty hat auf das Genre einen derart prägenden Einfluss gehabt. Noch heute wird StarCraft von Millionen Spielern weltweit gespielt. Besonders in Südkorea ist um das Strategiespiel rund um die drei Rassen Zerg, Protoss und Terraner ein regelrechter Hype ausgebrochen, der in der Liveübertragung wichtiger Matches zwischen zwei Spielern im Fernsehen gipfelt.
Es ist also kein Wunder, dass Blizzard Entertainment den Nachfolger nicht zu sehr überarbeitet hat. Damit die alteingesessenen Veteranen sich nach über zehn Jahren nicht zu sehr umgewöhnen müssen, bleibt das Spielprinzip bestehen. Drei Rassen bekämpfen sich aus unterschiedlichen Motivationen heraus bis zum letzten Mann – oder dem letzten Käfer, denn die Rassen könnten unterschiedlicher kaum sein.
Die insektenhaften Zerg können sich Unkundige am besten als eine riesige Horde mehr oder weniger großer Käfervarianten vorstellen – Starship Troopers lässt grüßen. Die Protoss sind eine technologisch hochentwickelte außerirdische Rasse, die vor allem auf jene Hochtechnologie setzt, um ihren Gegnern zuzusetzen. Klasse statt Masse lautet hier das Motto. Die Terraner – oder schlicht Menschen – bauen auf altbewährte Technik: Panzer und Soldaten bestimmen das Schlachtfeld.
Es gibt zwar drei Rassen in StarCraft 2 – Wings of Liberty, von denen allerdings im Einzelspielermodus nur eine zu spielen ist. Denn dieser erste Teil der insgesamt dreiteiligen Veröffentlichung des Spiels lässt den Spieler nur die Kampagne der Terraner mit insgesamt 27 Missionen spielen. In aufwendigen Zwischensequenzen wird die Handlung des Spiels vorangetrieben, die über die gesamte Spieldauer hinweg spannend und unterhaltsam bleibt. Das Gefühl, dass man einfach aus Desinteresse nicht mehr weiterspielen möchte, kommt jedenfalls nie auf. Geübte Spieler werden zwar an einem Wochenende die letzte Mission abgeschlossen haben, Anfänger und Gelegenheitsspieler können sich jedoch auf eine überraschend lange Spieldauer gefasst machen, die in der heutigen Zeit der Acht-Stunden-Spiele äußerst positiv auffällt.
Und schließlich wäre da noch der eine wahre Grund, warum man sich StarCraft 2 – Wings of Liberty zulegen sollte: der Mehrspielermodus. Das Spielprinzip ist simpel. Zerstöre den Gegner, bevor er dich zerstört. Was eintönig klingt, entfaltet dank der perfekten Balance der Rassen eine Langzeitmotivation, wie sie sonst nur selten aufkommt. Der Gegner wartet mit einer völlig neuen Strategie auf? Macht nichts, man kann sich schließlich selbst etwas Unerwartetes ausdenken, bis der Gegner auch darauf reagiert. Dieser ewige Schlagabtausch sorgt dafür, dass sowohl Anfänger als auch Veteranen selbst nach jahrelanger Spielzeit wahrscheinlich die Lust nicht verlieren werden. So ging es jedenfalls dem Autor dieses Artikels beim Spielen des Vorgängers und bislang macht StarCraft 2 – Wings of Liberty nicht den Eindruck, dass sich das ändern würde.
Das nächste Spiel der Trilogie wird den Untertitel Heart of the Swarm tragen und sich mit den Zerg befassen. Wenn es ähnlich perfekt ausfallen wird wie der Vorgänger, müssen wir uns in den nächsten Jahren zumindest im Bereich Echtzeitstrategie keine Sorgen machen.










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